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Hier erfahren Sie mehr über den Luchs in Hessen

Aktuell – neue Meldungen über den Luchs in Hessen

Mai 2012

Bei Körle (Schwalm-Eder-Kreis) traf ein Jäger samt Jagdhund auf einen Luchs, der ein Reh gerissen hatte. Zunächst vertreibt der Luchs den freilaufenden Hund, der schnellstens zu seinem „Herrchen“ zurückläuft. Der Luchs setzt nach und nähert sich Hund und Herrn bis auf wenige Meter. Die Beiden treten den Rückzug an. Der Luchs beruhigt sich und kehrt zu seinem Riss zurück. Der Jagdhund hatte ein paar kleine Kratzer abbekommen.

Noch am selben Tag zeigt der Jäger dem zuständigen Luchsbeauftragten den Ort des Geschehens. Der Luchs ist wieder am Riss und lässt sich bereits aus großer Entfernung sehen. Er beobachtet die herannahenden Zweibeiner, die sich bis auf 30 m nähern können. Dabei gelingen etliche Farbfotos, die einen erwachsenen Luchs mit deutlichem „Backenbart“ zeigen.

Luchs bei Körle (Foto: Christian Peter Foet) Luchs bei Körle in der Fotofalle anderer Luchs bei Körle in der Fotofalle anderer Luchs bei Körle in der Fotofalle
(zum Vergrößern klicken)

Zu einem späteren Zeitpunkt ist der Riss dann ohne „Bewachung“ und eine Fotofalle kann installiert werden. In der Nacht kommt der Luchs zu seiner Beute zurück. Die Kamera dokumentiert ein Tier, das der adulte Luchs sein dürfte. In der darauf folgenden Nacht gelingen weitere Infrarot-Aufnahmen, die augenscheinlich einen zweiten Luchs zeigen, der sich der Fotofalle bis auf wenige Zentimeter nähert. Dieses Tier hat keinen „Backenbart“. Sein Aussehen wirkt insgesamt „jugendlicher“.

Die Feldforschung kennt bisher nur zwei Situationen, in denen Luchse einen Riss gemeinsam nutzen. Am Häufigsten ist dies der Fall, wenn eine führende Luchsin die Beute mit ihren Jungen teilt. Die zweite Möglichkeit wurde kürzlich in Slowenien durch eine Fotofalle dokumentiert: während der Ranzzeit, in der sich Kuder und Luchsin für kurze Zeit zusammenfinden, akzeptierte eine Luchsin, dass ihr „Partner“ auch von ihrem Riss fressen durfte. Die Vorgänge bei Körle liegen jedoch nach der Paarungszeit. Es spricht also viel dafür, dass das gerissene Reh von einem Jungluchs mitgenutzt werden durfte.

Veranstaltungen:

  • „Ein Luchssonntag für Alle“ - von 7 bis 97.
    Sonntag, 13.05.2012, 13 bis 17 Uhr, Fasanerie Wiesbaden
  • „Die Rückkehr des Luchses“ – ein Infoabend (nicht nur) für Jäger.
    Donnerstag, 24.05.2012, 19 Uhr in Wiesbaden.

Lesen Sie mehr dazu unter Veranstaltungen
 

Der „Westerwälder Wolf“ kam aus Hessen

Das bei Hachenburg (Rheinland-Pfalz) erschossene Tier war ein männlicher Wolf, der zur italienisch-französischen Unterart gehört. Das ergab die DNA-Untersuchung des Forschungsinstituts Senckenberg.

Der geständige Schütze, ein einundsiebzigjähriger Jagdpächter aus Köln, gab an, er habe das Tier beim Hetzen von Rehen beobachtet und für einen wildernden Hund gehalten. Der irrtümliche Abschuss tue ihm leid. Von der Existenz eines Wolfes im Westerwald habe er nichts gewußt.

erschossener Wolf im Westerwald (Foto: Polizei Koblenz)

Allerdings scheint wenig glaubhaft, dass der wochenlange Medien-Rummel um das eingewanderte Tier an ihm vorbeigegangen sein soll. Dem Jäger droht der Verlust des Jagdscheins und eine hohe Geldstrafe. Er setzt offenbar darauf, dass ihn sein vorgeblicher Irrtum entlastet.

Der Vergleich mit dem Genprofil von „Pierre-Luigi“, der im Januar 2011 bei Gießen angefahren wurde, brachte mittlerweile die Gewißheit, dass es sich um den selben Wolf handelt. Eine Haarprobe vom Unfallfahrzeug ließ damals nur ein fragmentarisches Genprofil zu. Die Daten erwiesen sich nun aber als ausreichend, um zu belegen, dass der „Westerwälder Wolf“ bereits Anfang letzten Jahres in Hessen unterwegs war. Bei dem Unfall im Landkreis Gießen wurde „Pierre-Luigi“ am rechten Hinterlauf schwer verletzt. Die Untersuchung des erschossenen Wolfes ergab nun erwartungsgemäß eine verheilte Fraktur am rechten Hinterlauf. Ein weiterer Nachweis, der den genetischen Befund bestätigt.

Mehr zu „Pierre-Luigi“ und anderen Wolfssichtungen in Hessen finden Sie unter Wölfe unterwegs.

Luchsberichte

Die Auswertung unseres Fotofallen-Monitorings (pdf·1,3 MB) steht im Netz – ergänzt durch einen Anhang mit Fallenfotos (pdf·4,1 MB).

In unserem „Luchsbericht 2011“ (pdf·890 KB) sind die Luchsmeldungen ausgewertet und dargestellt. Die zugehörige Fotodokumentation finden Sie ebenfalls in einem separaten Anhang (pdf·7,8 MB).

Weiter finden Sie auf den Seiten des Arbeitskreises Hessenluchs:

  • Die Telefonnummern der Luchsbeauftragten in Ihrem Landkreis, die Ihre Luchsbeobachtung (Sichtung, Rissfund, Fährte, Ruf) gerne entgegennehmen und ein offenes Ohr für Ihre Fragen zum Thema Luchs haben.

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    Luchs in Überwachungskamera
  • Unser virtuelles Merkblatt Luchsspuren hilft bei der Identifikation von Luchsnachweisen aller Art.
  • Unter dem Stichwort Der Luchs finden Sie einen Rückblick auf die Einwanderung der Luchse in unser Bundesland und wichtige Daten zu ihrer Biologie.
  • Die Luchsmeldungen dokumentieren die neuere Entwicklung.
  • Außerdem bieten wir ausgewählte Artikel aus der Presse zum Thema „Luchs in Hessen“
  • und kündigen interessante Luchs-Veranstaltungen an.
  • Auch die Wölfe finden bei uns ein Refugium. Wir haben die Beobachtungen in Hessen zusammengestellt.
  • Auf der Seite „Über uns“ erfahren Sie, wer hinter dem "Arbeitskreis Hessenluchs" steckt.

 

Video rechts:
Ende September 2005 lief bei Marburg ein Luchs durch den Aufnahmebereich einer Überwachungskamera.

Mobile Fotofallen sind einsatzbereit
Luchs in Fotofalle in Hessen / Schwalm-Eder-Kreis
Schnappschuss mit Selbstauslöser
(zum Vergrößern klicken)

Der Arbeitskreis verfügt über mobile Fotofallen, die im Werra-Meißner-Kreis und im Rhein-Main-Gebiet „stationiert“ sind. Sie sind jederzeit einsatzbereit, wenn aus irgend einem Teil Hessens ein gerissenes Wild- oder Nutztier gemeldet wird, das von einem Luchs erbeutet wurde. Wichtig ist, dass das gerissene Tier dann unberührt am Fundort verbleibt und möglichst rasch ein für den Landkreis zuständiger Luchsbeauftragter informiert wird. Da der Luchs in der Regel mehrfach zu seiner Beute zurückkehrt, sind die Chancen gut, dass er dabei die Fotofalle auslöst. Wir installieren die Spezialkamera stets in Absprache mit dem Jagdausübungsberechtigten. Bei Nutztieren (Schafe, Ziegen, Gatterwild) wird natürlich der Besitzer hinzugezogen.

Rückblick: Die vergangenen Monate

Luchsin mit vier Jungtieren
Luchsgruppe im Kaufunger Wald (Foto: Carl Hellmold)
Luchsgruppe im Kaufunger Wald (zum Vergrößern klicken)

In Nordhessen gelangen in einem zusammenhängenden Waldgebiet mehrere Zufallsaufnahmen von Jungluchsen. Alle Beobachter berichten übereinstimmend von fünf Luchsen: eine Luchsin mit vier Jungtieren. Allerdings war es nicht möglich, die vollzählige Luchsfamilie auf ein Foto zu bekommen.

Die spektakulärste Aufnahme entstand Ende Dezember im Kaufunger Wald. Auf diesem Foto haben sich drei der vier Jungtiere um die führende Luchsin gruppiert. Ein Jäger war durch seinen Hund auf den Familienverband aufmerksam geworden. Er bestieg einen Hochsitz und bat den zuständigen Revierförster telefonisch, mit einem Fotoapparat vorbei zu kommen. Beide Beobachter hatten dann eine gute Stunde Zeit, um die Tiere abzulichten.

Im Januar konnte dann auch bei Melsungen und bei Söhrewald eine Luchsfamilie dokumentiert werden. Die Fotos belegen jeweils drei Luchse, vermutlich zwei Jungtiere bei ihrer Mutter. An beiden Plätzen wurden weitere zwei Jungluchse beobachtet. Sie blieben aber kamerascheu.

Luchsgruppe bei Söhrewald (Foto: Uwe Holl) Jungluchs bei Söhrewald (Foto: Uwe Holl) Luchsin bei Söhrewald (Foto: Uwe Holl) Luchsgruppe bei Melsungen (Foto: Ulrich Wettig)
1–3: Luchsgruppe, Jungluchs und Luchsin bei Söhrewald; 4: Luchsgruppe bei Melsungen (zum Vergrößern klicken)

Die Aufnahmeorte sind nicht mehr als 15 km Luftlinie voneinander entfernt. Es ist also naheliegend, dass es sich jeweils um dieselbe Luchsfamilie gehandelt hat. Zu belegen ist das allerdings nicht.

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©2012 Arbeitskreis Hessenluchs – Kontakt: Gerd Bauer – eMail: gerdbauer33@AOL.com – Tel.: 0611 - 84 65 43